Wochenend-Blues

Endlich Wochenende!?

 

Sonntag, blauer Himmel, kein Stress, harmonisches Frühstück mit Partner. Sie sollten eigentlich rund um zufrieden sein und dann von jetzt auf gleich – Laune im Keller.

 

Kennen Sie das?

dieses Foto zeigt Boote bei Ebbe

 

Dazu möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen:

Es ist Mai, wir bekommen eine Geburtstags-Einladung für einen Samstag im Juli. Klar, wir kommen gerne, Gartenparty, Grillen, klasse. Es ist ja auch schön mal wieder alte Bekannte zu treffen, manche sieht man eh nur einmal im Jahr.

Die Woche ist da, wo Samstag die Feier ist und bis dahin sind es ja noch ein paar Tage. Mittwochs ist noch alles gut, aber dann beschleicht mich das erste komische Gefühl, so als ob irgendwas „passieren würde“.

Man läuft so unentschlossen durch den Alltag und hat immer das Gefühl, an der nächsten Ecke kommt was Unvorhergesehenes oder Unangenehmes. Das Gefühl geht nicht weg, auch wenn ich mir sage, Quatsch, was soll schon passieren. Aber ich bleibe in „Hab-acht-Stellung“ bin auf alles gefasst.

Verzwickterweise haben sich im lauf dieser Woche noch einige Termine ergeben, die ganze Woche scheint jetzt ziemlich voll. Freitag geht dann wieder so einigermaßen und ich denke, ja morgen gehen wir zum Geburtstag und Du wirst Spaß haben.

Dann ist Samstag und der Druck im Magen wird irgendwie immer größer. Mein Gedankenkarussell läuft immer schneller:

Ich will heute Abend lieber zu Hause bleiben. Vielleicht wird ja noch kurzfristig abgesagt. Ach die Hoffnung kannst Du aufgeben, aber schön wäre es schon. Ach quatsch, stell Dich nicht an. Dein Mann freut sich und es ist ja auch schön, wieder was zusammen zu machen.

Trotzdem die Gedanken kreisen weiter. Irgendwann im laufe des Samstag fange ich an mich unsicher zu fühlen oder ich werde streitsüchtig.

Wir gehen natürlich zu der Feier es ist wirklich schön, die Leute sind nett, alles ist gut. Aber nach maximal 2 Stunden könnte ich schon wieder gehen. Habe mit einigen kurz gesprochen, Neuigkeiten über Familie und Kinder ausgetauscht, und bin sozusagen „fertig“.

Aber jetzt kann man ja noch nicht gehen, wäre ja unhöflich. Also sitze ich in der Runde und höre zu, manchmal versuche ich mich noch in ein Gespräch einzubringen, aber nicht wirklich motiviert. Mich langweilen die oberflächlichen Gespräche und ich denke nur, boah ist das anstrengend. Ich weiß gar nicht worüber ich in der Runde noch reden soll. Die Zeit läuft ganz langsam (so wie früher in der Schule), immer wenn ich auf die Uhr schaue, sind mal erst 10 Minuten vorbei, obwohl es eine gefühlte Stunde ist. Irgendwann können wir uns dann endlich ohne schlechtes Gewissen verabschieden.

Geschafft, jetzt das Restwochenende genießen.

Von wegen!

Am Sonntag beim Frühstück bekomme ich langsam Kopfschmerzen, (obwohl ich nichts getrunken habe, musste ja fahren), und meine Laune kippt. Ich raffe mich auf und versuche aus dem Sonntag noch was zu machen, aber ich bin total kaputt, physisch wie psychisch.

 

Toll, das ist ja ein erholsames Wochenende und morgen geht es schon wieder in die Woche. Ich könnte heulen und manchmal habe ich es auch.

 

Ja, so war das früher, erfreulicherweise heute nicht mehr.

Ich plane und organisiere mir die Tage vor-und nachher nach meinen speziellen Bedürfnissen. Der Anfang war nicht leicht aber ich habe meine Wahrnehmungen trainiert und mehr auf meine innere Stimme gehört. Und wenn ich mir nicht wichtig bin, wer sonst? Heute nehme ich Einladungen an, habe Spaß, und den Sonntag kann ich ohne üble Laune verbringen, und bin in meiner Kraft für die kommende Woche.

 

Wie ist das bei Ihnen? Schreiben Sie mir, auch gerne direkt als Kommentar unter den Artikel.

 

Herzliche Grüße

Ulrike Deutsch

Gesundheitscoach – Themenschwerpunkt introvertierte, leise Menschen

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